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Sehenswürdigkeiten in Frankfurt: 18 Erlebnisse zwischen Wolkenkratzern und Apfelweinkneipen

Du willst nach Frankfurt? Hier sind 18 Sehenswürdigkeiten mit Preisen und Öffnungszeiten, vom Römerberg und Main Tower bis zum Städel, den Apfelweinkneipen und dem Rheintal.

Die Skyline von Frankfurt mit der Altstadt, dem Main und den Wolkenkratzern im Bankenviertel

Frankfurt gilt als Stadt der Banken und Messen, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Zu Füßen der Wolkenkratzer liegt eine wiederaufgebaute Old Town mit Fachwerkhäusern und Kaiserdom, am Südufer des Mains reihen sich die Museen aneinander, und in Sachsenhausen trinken die Frankfurter ihren Apfelwein aus dem gerippten Glas, so wie sie es seit Generationen tun. Die meisten Sehenswürdigkeiten in Frankfurt liegen so nah beieinander, dass du zu Fuß von einer zur nächsten gehen kannst, und für den Rest sorgen U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn.

Hier sind die 18 Sehenswürdigkeiten in Frankfurt, die ich an deiner Stelle ganz oben auf die Liste setzen würde, vom Römerberg und Main Tower über das Städel und den Palmengarten bis zu Tagesausflügen zur Saalburg und ins Rheintal. Alle Preise sind in Euro angegeben. Viele Museen haben montags geschlossen, also plane sie für die anderen Tage ein. Ganz unten habe ich die praktischen Tipps zu Tickets und Verkehrsmitteln zusammengestellt.

1. Römerberg und Neue Altstadt

Das Rathaus Römer mit seinen Treppengiebeln auf dem Römerberg in der Frankfurter Old Town

Der Römerberg ist Frankfurts alter Marktplatz und genau der richtige Ort für den Anfang. Der Römer, die drei Giebelhäuser mit Treppengiebeln, dient seit 1405 als Rathaus der Stadt, und gegenüber steht die Reihe der Fachwerkhäuser, die in den 1980er-Jahren nach den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut wurden. Mitten auf dem Platz steht der Gerechtigkeitsbrunnen mit der Justitia, und in der Ecke liegt die kleine Alte Nikolaikirche. Hinter dem Platz erstreckt sich die Neue Altstadt, auch DomRömer genannt, wo 2018 insgesamt 35 Häuser fertiggestellt wurden, davon 15 originalgetreue Rekonstruktionen der Häuser, die hier vor dem Krieg standen.

Der Rundgang kostet nichts, und das Viertel ist rund um die Uhr zugänglich. Den Kaisersaal im ersten Stock des Römers, in dem die Kaiser ihr Krönungsmahl feierten, kannst du oft gegen einen kleinen Eintritt besichtigen, wenn dort gerade keine Veranstaltung stattfindet. Die U-Bahn-Linien U4 und U5 halten an der Station Dom/Römer direkt am Platz.

Folge dem Krönungsweg vom Römerberg zum Dom und schau hinauf zum Haus zur Goldenen Waage mit seinen geschnitzten Balken. Wenn du gleich neben der Old Town wohnen möchtest, findest du die besten Viertel und Hotels in meinem Guide dazu, wo man in Frankfurt übernachten sollte.

Buche hier eine englischsprachige Stadtführung durch die Old Town.

2. Kaiserdom St. Bartholomäus und Domturm

Der Kaiserdom St. Bartholomäus mit seinem gotischen Turm in Frankfurt

Der Kaiserdom St. Bartholomäus ist zwar keine Bischofskirche, gehört aber trotzdem zu den bedeutendsten Kirchen der deutschen Geschichte. Ab 1356 wurden hier die römisch-deutschen Könige gewählt, und ab 1562 wurden sie in dieser Kirche auch gekrönt. Der rote Sandsteinturm ist fast 95 Meter hoch, und drinnen siehst du die Wahlkapelle, in der sich die Kurfürsten trafen, sowie die gotischen Altäre, die sowohl den Brand von 1867 als auch die Bomben des Krieges überstanden haben.

Der Eintritt in den Dom ist frei. Zur Aussichtsplattform im Turm steigst du 328 Stufen hinauf auf 66 Meter Höhe, und das Ticket kostet etwa 3 Euro. Bei schlechtem Wetter kann der Turm geschlossen sein, und im Winter sind die Öffnungszeiten kürzer. Das Dommuseum nebenan hat montags sowie zeitweise zwischen den Ausstellungen geschlossen. Von Dom/Römer bist du in einer Minute dort.

Nimm lieber den Domturm statt des Main Towers, wenn du die Old Town aus der Nähe und die Wolkenkratzer im Hintergrund sehen möchtest. Wer im Schatten des Domturms schlafen will, findet das Hotel Spenerhaus in einer ruhigen Seitenstraße, nur ein paar Minuten von der Kirche entfernt.

3. Paulskirche

Die Paulskirche aus rotem Sandstein am Paulsplatz in Frankfurt

Die Paulskirche liegt ein paar hundert Meter vom Römerberg entfernt und gilt als Wiege der deutschen Demokratie. 1848 und 1849 tagte hier die erste frei gewählte deutsche Nationalversammlung, um eine Verfassung für ein geeintes Deutschland auszuarbeiten. Der Versuch scheiterte, doch viele der Ideen fanden später Eingang ins Grundgesetz. Die Kirche brannte im Krieg aus und war das erste große Gebäude der Stadt, das wieder aufgebaut wurde, damit sie zum 100. Jahrestag 1948 bereitstand.

Drinnen ist der Raum hell und schlicht, mit dem runden Saal, in dem jedes Jahr während der Buchmesse der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wird. Die Paulskirche ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet und zeigt eine kostenlose Ausstellung über die Nationalversammlung, bleibt aber bei Veranstaltungen geschlossen. U4 und U5 halten an der Station Dom/Römer, und von der Hauptwache gehst du fünf Minuten.

Schau dir die Ausstellung im Gang unter dem Saal an, bevor du hinaufgehst. Wenn du sehen möchtest, wo das deutsche Parlament heute tagt, findest du bei mir die besten Sehenswürdigkeiten in Berlin mit Reichstag und Brandenburger Tor.

4. Kleinmarkthalle

Stände mit Obst und Delikatessen in der Kleinmarkthalle in Frankfurt

Die Kleinmarkthalle ist Frankfurts überdachter Lebensmittelmarkt und liegt zwischen Zeil und Römerberg in einer langen Halle aus den 1950er-Jahren. Hier kaufen die Frankfurter Obst, Käse, Brot und Fisch, und hier findest du die Spezialitäten der Stadt an einem Ort. Besorg dir die Kräuter für die Grüne Soße, die grüne Sauce aus sieben Kräutern, die in Frankfurt mit Salzkartoffeln und Eiern gegessen wird, und stell dich an den Wurstständen an, wo Frankfurter Rindswurst und warme Fleischwurst mit Senf und Brot über die Theke gehen.

Der Bummel durch die Halle kostet nichts. Werktags ist sie von morgens bis 18 Uhr geöffnet, samstags bis zum Nachmittag, sonntags bleibt sie geschlossen. Von der Hauptwache gehst du fünf Minuten, von Dom/Römer etwas länger.

Geh hinauf auf die Galerie am einen Ende der Halle, wo die Weinbar ein Glas Rheingauer Wein mit Blick über die Stände ausschenkt. Komm am besten an einem Werktag vormittags, denn samstags zur Mittagszeit kommst du zwischen den Ständen kaum voran.

5. Main Tower

Der Wolkenkratzer Main Tower mit seiner Aussichtsplattform in Frankfurt

Der Main Tower ist der einzige Frankfurter Wolkenkratzer mit öffentlicher Aussichtsplattform, und deshalb bekommst du genau hier das klassische Skyline-Foto. Von der offenen Plattform in rund 200 Metern Höhe blickst du hinunter auf den Commerzbank Tower, die Europäische Zentralbank, den Main und die gesamte Old Town, und bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zum Taunus im Nordwesten.

Das Ticket kostet 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Die Plattform ist ab 10 Uhr bis zum Abend geöffnet, am längsten freitags und samstags sowie im Sommer, und die letzte Auffahrt ist 45 Minuten vor Schließung. Bei starkem Wind und Gewitter kann sie geschlossen werden. Am Eingang gibt es eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Die U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz und die S-Bahn-Station Taunusanlage liegen beide nur wenige Minuten entfernt.

Komm eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang und bleib, bis in den Wolkenkratzern die Lichter angehen. Hängen die Wolken tief, warte lieber auf einen anderen Tag, denn dann siehst du gar nichts.

6. Eiserner Steg und das Mainufer

Die eiserne Fußgängerbrücke Eiserner Steg über den Main in Frankfurt

Der Eiserne Steg ist die alte eiserne Fußgängerbrücke über den Main aus dem Jahr 1869, die den Römerberg mit Sachsenhausen verbindet. Mitten auf der Brücke hast du auf der einen Seite den Dom und die Old Town, im Hintergrund die Wolkenkratzer, und das Geländer ist voller Liebesschlösser. An beiden Ufern ziehen sich breite Promenaden und Wiesen entlang, auf denen die Frankfurter bei Sonnenschein joggen, Rad fahren und picknicken.

Der Besuch ist kostenlos und rund um die Uhr möglich. Die Ausflugsschiffe legen direkt an der Brücke auf der Nordseite ab, und jedes Jahr am letzten Augustwochenende verwandelt das Museumsuferfest beide Ufer in eine Meile aus Ständen, Musik und Feuerwerk. Von Dom/Römer bist du in fünf Minuten am Fluss.

Geh am späten Nachmittag über die Brücke und lauf dann auf der Südseite am Schaumainkai entlang Richtung Westen. Von hier hast du den besten Blick auf die Skyline und kommst direkt zu den Museen am Museumsufer.

Hier eine Mainrundfahrt mit Blick auf die Skyline buchen.

7. Städel Museum

Das Kunstmuseum Städel am Schaumainkai in Frankfurt

Das Städel ist Frankfurts größtes Kunstmuseum und eines der besten in Deutschland. Der Bankier Johann Friedrich Städel vermachte seine Sammlung 1815 der Stadt, und heute umfasst das Museum 700 Jahre Kunstgeschichte, von Botticelli, Dürer und Rembrandt bis zu Monet, Picasso und zeitgenössischer Kunst. Das bekannteste Gemälde ist Tischbeins Porträt von Goethe, der in der italienischen Landschaft lagert, und auch Vermeers Geograph hängt hier. Die Gegenwartskunst befindet sich unter dem Garten hinter dem Museum, wo die runden Oberlichter aus dem Rasen ragen.

Der Eintritt kostet 19 Euro, dienstags von 15 bis 18 Uhr aber nur 10 Euro, und Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Montags ist das Museum geschlossen, donnerstags hat es bis 21 Uhr geöffnet. Es liegt am Schaumainkai, die nächste U-Bahn-Station ist Schweizer Platz, aber vom Hauptbahnhof bist du über den Holbeinsteg auch in zehn Minuten zu Fuß dort.

Plane mindestens drei Stunden ein und beginne mit den Alten Meistern im obersten Stockwerk. Wenn du nicht so viel Zeit hast, komm am Dienstagnachmittag, dann ist der Eintritt am günstigsten.

8. Museumsufer: Liebieghaus und Filmmuseum

Das Skulpturenmuseum Liebieghaus am Museumsufer in Frankfurt

Museumsufer heißt die Reihe von Museen entlang des Mains, die meisten auf der Südseite, untergebracht in alten Villen und modernen Bauten Seite an Seite. Zwei davon lohnen sich nach dem Städel besonders. Das Liebieghaus liegt in einer Villa aus den 1890er-Jahren und zeigt Skulpturen aus 5.000 Jahren, vom alten Ägypten und der griechischen Antike bis zum Mittelalter und Klassizismus, und das Café im Garten ist eines der gemütlichsten der Stadt. Das Deutsche Filmmuseum erzählt die Geschichte des Films vom ersten optischen Spielzeug bis zu modernen Effekten, und am Wochenende kannst du im offenen Filmstudio selbst Filmtricks ausprobieren.

Das Liebieghaus kostet 12 Euro und ist montags geschlossen, außerdem können beide Museen bei Ausstellungswechseln zeitweise schließen. Das MuseumsuferTicket kostet 21 Euro und gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen für 39 Museen. Am nächsten liegen Schweizer Platz und die Straßenbahnhaltestelle Otto-Hahn-Platz.

Wenn du mehr als zwei Museen besuchen willst, kauf das MuseumsuferTicket, denn mit Städel und Liebieghaus hat es sich bereits gelohnt.

9. Goethe-Haus und Romantik-Museum

Goethes Geburtshaus, das Goethe-Haus am Großen Hirschgraben in Frankfurt

Johann Wolfgang von Goethe wurde 1749 in dem gelben Bürgerhaus am Großen Hirschgraben geboren und lebte hier, bis er als junger Mann nach Weimar zog. Das Haus wurde 1944 durch Bomben zerstört, doch Möbel, Gemälde und Bücher waren in Sicherheit gebracht worden. So gehst du heute durch vier Stockwerke, die eingerichtet sind wie zu der Zeit, als die Familie hier wohnte, mit Küche, Musikzimmer und der Kammer, in der Goethe Die Leiden des jungen Werthers schrieb. Gleich nebenan liegt das Deutsche Romantik-Museum, das 2021 eröffnet wurde und sich den Dichtern, Malern und Komponisten der Romantik widmet.

Ein Kombiticket für beide Museen kostet 12 Euro, am ersten Donnerstag im Monat von 18 bis 21 Uhr nur 1 Euro. Die Tickets gibt es an der Kasse, ein Zeitfenster musst du nicht reservieren. Die Museen sind von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 21 Uhr. Von der Hauptwache und vom Willy-Brandt-Platz sind es fünf Minuten zu Fuß.

Fang im Goethe-Haus an und geh dann weiter ins Romantik-Museum, wo die blaue Treppe, die sich durch das Gebäude zieht, zu den schönsten Räumen der Stadt gehört.

10. Zeil, Hauptwache und MyZeil

Das trichterförmige Glasdach des Einkaufszentrums MyZeil auf der Zeil in Frankfurt

Die Zeil ist Frankfurts große Einkaufsstraße, eine breite Fußgängerzone von der Hauptwache bis zur Konstablerwache mit Kaufhäusern und Filialen bekannter Ketten. Die Hauptwache ist das kleine Barockgebäude von 1730, das früher die Wache der Stadt war und heute ein Café mitten im Verkehr ist, und daneben steht die Katharinenkirche, in der Goethe getauft wurde. Mitten auf der Zeil liegt das Einkaufszentrum MyZeil, dessen Glasdach sich wie ein Trichter durch das Gebäude nach unten zieht, und drinnen führt eine sehr lange Rolltreppe durch die Etagen nach oben.

Der Bummel ist kostenlos, die Geschäfte haben montags bis samstags geöffnet und sonntags geschlossen. Hauptwache und Konstablerwache sind Knotenpunkte für S-Bahn und U-Bahn, sodass du aus der ganzen Stadt und direkt vom Flughafen hierherkommst. Donnerstags und samstags findet an der Konstablerwache ein Bauernmarkt statt.

Fahr mit der Rolltreppe ganz nach oben ins MyZeil und geh auf die Terrasse im obersten Stock, wo du kostenlos über die Dächer blicken kannst. Wenn du die Zeil direkt vor der Tür haben möchtest, liegt das JW Marriott Hotel Frankfurt im Turm neben dem MyZeil und hat einen Innenpool, gehört aber auch zu den teuersten Hotels der Stadt.

11. Alte Oper und Fressgass

Das Konzerthaus Alte Oper am Opernplatz in Frankfurt

Die Alte Oper steht am Ende des Opernplatzes und ist eines der schönsten Gebäude Frankfurts. Das Opernhaus wurde 1880 eröffnet, 1944 zerbombt und stand jahrzehntelang als Ruine da, bis die Frankfurter den Wiederaufbau durchsetzten, und 1981 wurde es als Konzerthaus wiedereröffnet. Über dem Eingang steht die Inschrift „Dem Wahren Schönen Guten“. Vom Platz aus führt die Große Bockenheimer Straße nach Osten, doch alle nennen sie nur Fressgass, weil sie voller Feinkostläden, Weinbars und Restaurants mit Tischen auf der Straße ist.

Platz und Gebäude von außen anzuschauen kostet nichts, Konzertkarten bekommst du bei der Alten Oper. Die U6 und U7 halten an der Station Alte Oper direkt davor. Geh von der Fressgass weiter zum Börsenplatz, wo Bulle und Bär aus Bronze vor der Deutschen Börse stehen.

Komm am späten Nachmittag, wenn sich die Büroangestellten in der Fressgass zum Feierabenddrink treffen. Wenn du im eleganten Teil der Innenstadt wohnen möchtest, liegt das Kimpton Main Frankfurt fünf Gehminuten von der Alten Oper entfernt und hat eine Gästebewertung von 9,0 auf Booking.com.

12. Sachsenhausen und die Apfelweinkneipen

Sachsenhausen am Main mit der Dreikönigskirche in Frankfurt

Sachsenhausen ist der Stadtteil auf der Südseite des Mains, und hier solltest du mindestens einen Abend essen gehen. Frankfurts Nationalgetränk ist der Apfelwein, von den Einheimischen Ebbelwoi oder Äppler genannt: ein trockener, säuerlicher Wein aus Äpfeln, der in einem grauen Steinzeugkrug namens Bembel serviert und aus einem gerippten Glas, dem Gerippten, getrunken wird. In den alten Kneipen sitzt du mit Fremden an langen Holztischen und isst Handkäs mit Musik, einen säuerlichen Käse mit Zwiebeln, Grüne Soße oder Schnitzel. Hängt ein grüner Kranz über der Tür, keltert die Kneipe ihren Apfelwein selbst.

Ein Glas Apfelwein kostet in der Regel etwa 3 Euro. Das Viertel rund um die Klappergasse und die Paradiesgasse in Alt-Sachsenhausen ist am touristischsten, während die bekannten Kneipen in der Schweizer Straße und den Seitenstraßen eher von Einheimischen besucht werden. Vom Eisernen Steg läufst du zehn Minuten, und die S-Bahn-Station Lokalbahnhof liegt mitten im Viertel.

Bestell einen Sauergespritzten, also Apfelwein mit Mineralwasser, wenn dir der pure Apfelwein zu sauer ist. Und warte nicht darauf, dass dir die Bedienung einen freien Tisch sucht: Du setzt dich einfach dorthin, wo Platz ist.

Hier eine geführte Apfelweintour mit Verkostung buchen.

13. Ebbelwei-Express

Die Apfelwein-Straßenbahn Ebbelwei-Express in Frankfurt

Der Ebbelwei-Express ist eine alte, bunt bemalte Straßenbahn, die mit Apfelwein an Bord eine Rundfahrt durch die Innenstadt und Sachsenhausen dreht. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und führt am Zoo, am Römer und an der Paulskirche, am Hauptbahnhof, an der Messe und durch Sachsenhausen, während aus den Lautsprechern fröhliche Lieder schallen und der Schaffner Brezeln verteilt. Das Ganze ist ein bisschen albern, macht aber Spaß, und du siehst in kurzer Zeit viele Viertel der Stadt.

Das Ticket kostet 8 Euro, für Kinder 3,50 Euro, und im Preis sind eine Flasche Apfelwein, Apfelsaft oder Wasser sowie eine Tüte Brezeln enthalten. Das Ticket kaufst du beim Schaffner, und du kannst an allen Haltestellen der Strecke zusteigen. Die Bahn fährt an Wochenenden und Feiertagen nachmittags, wirf also vorher einen Blick auf den Fahrplan auf der Website.

Steig an einer der ersten Haltestellen der Strecke ein, etwa am Zoo, dann bekommst du eher einen Platz. Komm am besten früh am Nachmittag, denn die letzte Fahrt ist oft voll.

14. Palmengarten

Der botanische Garten Palmengarten in Frankfurt

Der Palmengarten ist Frankfurts botanischer Garten und liegt seit 1871 im Westend. Auf rund 20 Hektar findest du einen Rosengarten, Teiche mit Ruderbooten, Staudenbeete und eine ganze Reihe von Gewächshäusern, in denen du vom Regenwald und den Orchideen zu Wüstenpflanzen und Kakteen spazierst. Das große Palmenhaus von 1869 ist das Herz des Gartens, und das Tropicarium mit Regenwald und Wüste unter einem Dach ist perfekt für einen kalten oder nassen Tag. Direkt nebenan liegt der Grüneburgpark, wo du deinen Spaziergang kostenlos fortsetzen kannst.

Der Eintritt kostet 9 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Der Garten öffnet täglich um 9 Uhr und schließt von März bis Oktober um 19 Uhr und von November bis Februar um 16 Uhr, die Gewächshäuser bleiben noch eine Stunde nach Kassenschluss geöffnet. Der Haupteingang liegt in der Siesmayerstraße, und die U-Bahn-Stationen Westend und Bockenheimer Warte sind keine zehn Gehminuten entfernt.

Kombiniere den Palmengarten mit dem Senckenberg Naturmuseum, das zehn Gehminuten entfernt liegt. Im Winter sind die Gewächshäuser die beste Flucht vor der Kälte in der ganzen Stadt.

15. Senckenberg Naturmuseum

Das Senckenberg Naturmuseum an der Senckenberganlage in Frankfurt

Das Senckenberg Naturmuseum ist eines der größten naturhistorischen Museen Europas und genau der richtige Ort, wenn du mit Kindern unterwegs bist. Im Dinosauriersaal im Erdgeschoss stehen ein Tyrannosaurus rex, ein langer Diplodocus und ein seltener Edmontosaurus, bei dem der Hautabdruck erhalten ist, und in den anderen Sälen siehst du Wale, Elefanten und Hunderte ausgestopfte Tiere. Außerdem besitzt das Museum eine große Sammlung von Fossilien aus der Grube Messel südlich von Frankfurt, die zum UNESCO-Welterbe gehört, darunter Urpferdchen in der Größe eines Hundes.

Das Ticket kostet 12 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren, Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Das Museum ist täglich geöffnet, werktags von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Die U-Bahn-Station Bockenheimer Warte liegt direkt beim Museum an der Senckenberganlage.

Komm mittwochs am späten Nachmittag, wenn die Schulklassen weg sind und der Dinosauriersaal fast leer ist.

16. Höchst

Fachwerkhäuser in der Old Town von Frankfurt-Höchst

Höchst war eine eigenständige Stadt, bis es 1928 ein Teil von Frankfurt wurde, und das spürst du bis heute. Die kleine Old Town hat den Krieg einigermaßen überstanden, deshalb stehen hier in den schmalen Gassen hinunter zum Main Fachwerkhäuser, die keine Nachbauten sind. Die Justinuskirche wurde im 9. Jahrhundert erbaut und ist das älteste Gebäude Frankfurts, und über dem Flussufer thronen das Höchster Schloss mit seinem viereckigen Turm und der barocke Bolongaropalast. Bekannt ist Höchst auch für seine Porzellanmanufaktur, die seit 1746 Porzellan herstellt.

Ein Bummel durch die Old Town und über den Schlossplatz ist kostenlos, die Kirche hat dagegen eingeschränkte Öffnungszeiten, vor allem im Winterhalbjahr. Die S-Bahn-Linien S1 und S2 fahren in etwa zehn Minuten vom Hauptbahnhof nach Frankfurt-Höchst, und vom Bahnhof läufst du fünf Minuten hinunter in die Old Town.

Höchst ist die richtige Wahl, wenn du die Innenstadt schon gesehen hast und ein Frankfurt erleben möchtest, in das nur wenige Touristen kommen. Geh beim Schloss hinunter ans Ufer und nimm die kleine Fähre über den Main, sofern sie fährt, denn von dort hast du einen schönen Blick zurück auf Schloss und Kirche.

17. Bad Homburg und Römerkastell Saalburg

Das Haupttor des Römerkastells Saalburg bei Bad Homburg

Bad Homburg liegt am Fuß des Taunus nördlich von Frankfurt und war im 19. Jahrhundert ein Kurort der europäischen Oberschicht. Im Kurpark siehst du zwei thailändische Tempelpavillons, eine russische Kirche und die alten Kurbäder, und das weiße Schloss war Sommerresidenz der deutschen Kaiser. Ein paar Kilometer weiter oben im Wald liegt das Römerkastell Saalburg, ein römisches Kastell am Grenzwall Limes, das Kaiser Wilhelm II. um 1900 wiederaufbauen ließ. Der Limes gehört zum UNESCO-Welterbe, und auf der Saalburg gehst du durch das Tor, zwischen den Kasernen hindurch und hinein ins Haus des Kommandanten.

Der Eintritt zur Saalburg kostet 7 Euro für Erwachsene, und der Stadtbus 5 fährt vom Platz vor dem Bahnhof in Bad Homburg ab, allerdings nur viermal am Tag. Das Kastell ist montags geschlossen und von März bis Oktober von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter bis 16 Uhr. Die S-Bahn-Linie S5 fährt in etwa 20 Minuten von der Innenstadt nach Bad Homburg.

Schau vor der Abfahrt auf den Busfahrplan oder nimm für das letzte Stück ein Taxi. Iss in der römischen Taverne auf der Saalburg zu Mittag und lass den Tag auf dem Rückweg im Kurpark ausklingen.

18. Tagesausflug nach Rüdesheim und ins Rheintal

Der Weinort Rüdesheim am Rhein mit den Weinbergen über dem Rhein

Rüdesheim am Rhein liegt dort, wo der Rhein in das enge Tal zwischen den Weinbergen eintritt, und der Ort ist das Tor zum Oberen Mittelrheintal, das zum UNESCO-Welterbe gehört. In der Drosselgasse reihen sich die Weinstuben aneinander, und vom Ort aus schwebt eine Seilbahn über die Weinberge hinauf zum Niederwalddenkmal, dem großen Germania-Monument mit Blick über den Fluss. Von hier fahren die Schiffe weiter den Rhein hinunter, vorbei an Burgen und Winzerdörfern Richtung Loreley, und wenn du bis nach Köln weiterreisen möchtest, findest du hier, wo man in Köln übernachten sollte.

Die Seilbahn kostet 7,50 Euro für die einfache Fahrt und 12 Euro für Hin- und Rückfahrt und fährt vom Frühjahr bis Anfang November. Der Regionalzug ab Frankfurt Hauptbahnhof braucht rund eine Stunde und eine Viertelstunde, und wenn du selbst am Fluss entlangfahren möchtest, kannst du in Frankfurt ein Auto mieten.

Fahr mit der Seilbahn hinauf und lauf durch die Weinberge wieder hinunter. Komm am besten unter der Woche, denn an Sommerwochenenden ist die Drosselgasse rappelvoll.

Hier kannst du einen geführten Tagesausflug von Frankfurt ins Rheintal mit Schifffahrt und Weinprobe buchen.

Praktische Reisetipps für Frankfurt

U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahnen und Busse gehören alle zum RMV und nutzen dieselben Tickets. Eine Einzelfahrkarte in Frankfurt kostet 3,80 Euro und eine Tageskarte 7,75 Euro, und du bekommst sie an den Automaten in den Stationen oder in der RMV-App. Die Tageskarte lohnt sich, wenn du mehr als zwei Fahrten machst, und vom Flughafen bringen dich die S8 und S9 in rund 15 Minuten zum Hauptbahnhof und zur Hauptwache. Die Frankfurt Card bietet freie Fahrt mit den Öffis und Rabatte in vielen Museen, aber das MuseumsuferTicket ist meist die bessere Wahl, wenn du hauptsächlich ins Museum willst.

Wirf vor der Buchung einen Blick in den Messekalender, denn während der großen Messen steigen die Hotelpreise enorm. Der Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg ab Ende November ist eine der besten Reisezeiten, und im Sommer zeigen sich die Mainufer und die Gärten der Apfelweinkneipen von ihrer schönsten Seite. Wenn du die ganze Auswahl an Unterkünften sehen möchtest, kannst du alle Hotels in Frankfurt auf Booking.com ansehen, und in meinem Guide erfährst du, welche Viertel in Frankfurt ich empfehle.

Hast du einen Tag mehr Zeit, liegt Heidelberg mit seinem Schloss und der Alten Brücke rund eine Stunde mit dem Zug entfernt, und es gibt auch geführte Touren dorthin.

Hier kannst du einen geführten Tagesausflug von Frankfurt nach Heidelberg buchen.

Geht es für dich weiter Richtung Süden, fährt der ICE in rund dreieinhalb Stunden nach München. Dort habe ich die besten Sehenswürdigkeiten in München zusammengestellt, und in einem anderen Guide liest du, wo man in München übernachten sollte.